Champagner wird überschätzt

Champagner – überschätzt und unterschätzt zugleich

Champagner ist wohl der am meisten überschätzte Schaumwein der Welt – und gleichzeitig der wohl am meisten unterschätzte.
Auf den ersten Blick ein Paradoxon. Doch wenn man genauer hinschaut, steckt darin erstaunlich viel Wahrheit.


Das Überschätzte: Marketing, Mythos und Erwartungshaltung

Fangen wir mit dem „überschätzt“ an.
Das intensive Marketing der großen Produzenten hat in den letzten Jahrzehnten ganze Arbeit geleistet. Champagner wurde mit den Reichen und Schönen, mit Luxus, Exklusivität und dem ganz Besonderen aufgeladen. Es entstand ein regelrechter Kult um dieses Getränk – allein das Wort reicht aus, um einen ganzen Film im Kopf ablaufen zu lassen.

Champagner: gut. Champagner: teuer. Champagner: exklusiv.

Viele Menschen, die Champagner noch nie probiert haben, reagieren mit Aussagen wie:
„Muss etwas ganz Besonderes sein“,
„Ist mir zu teuer“ oder
„Ein normaler Sekt tut es wahrscheinlich auch“.


Die erste Enttäuschung

Und dann gibt es jene, die Champagner „einmal“ probiert haben.
Von ihnen hört man oft Sätze wie:
„War gar nicht so besonders“ oder
„Ich erkenne den Unterschied zwischen Sekt und Champagner nicht“.

Die Erwartungshaltung ist durch jahrelanges Marketing extrem hoch – oft höher, als es ein einzelnes Glas erfüllen kann. Man glaubt, Champagner sei per se außergewöhnlich, egal welcher. Genau hier wird Champagner überschätzt.


Champagner ist nicht gleich Champagner

Was dabei völlig vergessen wird: Champagner ist nicht gleich Champagner.
Dieser Wein besitzt eine enorme Bandbreite – von sehr gut bis weniger gut, von Stil zu Stil, von Geschmack zu Geschmack.

„Ich habe schon einmal Champagner probiert und war nicht begeistert“ ist ungefähr so sinnvoll wie zu sagen:
„Ich habe schon einmal Wein probiert und war nicht begeistert.“


Das Unterschätzte: Wie Champagner tatsächlich getrunken wird

Und damit kommen wir vom Überschätzten zum Unterschätzten.
Denn Champagner wird von den meisten Menschen schlicht falsch getrunken.

Man vergisst dabei, dass Champagner immer noch ein Wein ist.
Ein Wein mit Kohlensäure – aber dennoch ein Wein, der wie ein Wein behandelt werden sollte.

Niemand würde einen stillen Wein aus einer Sektflöte trinken.
Bei Champagner macht man genau das – bedenkenlos.
What a shame.


Zu kalt, zu eng, zu schnell

Hinzu kommt die Temperatur. Champagner wird oft viel zu kalt serviert.
Was passiert also, wenn ein Wein zu kalt ist und aus einem zu engen Glas getrunken wird?

Er bekommt keine Luft.
Die Kälte unterdrückt die Aromen.
Der Wein bleibt verschlossen.

Man trinkt einen kalten, aromatisch blockierten Wein, der zunächst nach wenig schmeckt.
Bevor sich überhaupt etwas entfalten kann, ist das Glas leer – und die nächste Füllung kommt direkt aus der eiskalten Flasche.


Ein fataler Kreislauf

Dasselbe gilt für Sektschalen. Auch hier kann sich der Schaumwein nicht entfalten, kaum Aromen werden freigesetzt, und der Wein bekommt erneut keine Chance, sein Potenzial zu zeigen.

Ein fataler Ablauf – und die Ursache vieler Missverständnisse rund um Champagner.

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